Zur Archäoligie von Gabsheim
5. Publikationen über Funde und Ausgrabungen von 2000 - heute
2003 Heide, Birgit (Hrsg.): Leben und Sterben in der Steinzeit. Ausstellung im Landesmuseum Mainz, 22. Juni-21. Sept. 2003, Katalog. Mainz 2003.
S. 200: 158: Glockenbecher [als Farbfoto abgebildet]
Gabsheim
Ton, H 10,9-11,6 cm, Rdm. 16,4-16,9 cm
Glockenbecherkultur
Aus einem Skelettgrab stammt dieser Becher mit horizontalen Kammstempellinien, die schmale Metopenbänder begrenzen.
Landesmuseum Mainz, Inv..Nr. 22. 10. 1893
Literatur: Behrends (1927) 18; Gebers (1978) 35.
S. 201: 160: Glockenbecher [als Farbfoto abgebildet]
Gabsheim ?
Ton, H 15,3 cm, Rdm. 15,5 cm
Glockenbecherkultur
In zwei Zonen verzierter, weich profilierter Glockenbecher. Die Zonen bestehen jeweils aus schmalen quer schraffierten Bändern, die ein breites Metopenband einrahmen. Das Metopenband ist abwechselnd mit Fischgrätmustern und Parallelschraffuren, die durch freie Felder getrennt sind, gefüllt.
Landesmuseum Mainz, Inv. Nr. 0,1733
Literatur: Stümpel (1958) 11f.; Gebers (1978) 35.
2006 Grünewald, Mathilde / Erwin Hahn: Zwischen Varusschlacht und Völkerwanderung. Die römerzeitlichen Gräberfunde aus Worms und Rheinhessen im Museum der Stadt Worms im Andreasstift. Lindenberg im Allgäu 2006.

S. 504: Gabsheim
Bei der Anlage der Straße zwischen Gabsheim und Bechtolsheim wurden Gräber angeschnitten. Einige Funde scheinen über die Sammlung Wimmer in das Wormser Museum gekommen zu sein.
L. LINDENSCHMIT WZ 22, 1903, 423 zu vier Gräbern augusteischer Zeit, die für das Museum in Mainz erworben wurden.

R 881 Platte, belgische Ware, vier Rechteckstempel BOLLI, rechts Querstriche wie bei planta pedis-Stempeln, einer zentral, drei radial. T orange, außen geglättet, DR 37, DB 14, 1, H 3,5 cm. KOETHE 1938, Form Abb. 1, 11, Stempel Abb. 2, 23, augusteisch-tiberisch.
[Als Umrisszeichnung abgebildet]

R 882 Tasse Hofheim 103 Aa, T hellgrau, Ü schwarz, glänzend, jedoch großteils verrieben. DR 13,4, DB 6,1, H 6,5 cm.
[Als Umrisszeichnung abgebildet]

R 883 Distelfibel, Bronze, mit von unten getriebener Herstellermarke vor dem Bügel in einer rechteckigen Rahmung: FLAO, anschließend Vögelchen nach rechts mit nach oben gestellten Flügeln (oder ein F?), der Rahmen 0,85 zu 0,25 cm, umgeben von kleinen Bögen mit einem Punkt in der Mitte. Unter dem Bügel seitliche flachkantige Stäbe, die in profilierten Köpfen enden. Die Spiralhülse ist mit breiten gepunkteten Schrägbändern verziert. L 8, 1, Br 4,8 cm. Falsch bei BEHRENS Katalog Bingen 162 Nr. 10.
[Als Farbfoto abgebildet]

R 884 Rautenförmige Scheibenfibel RIHA 7.4.1, ETTLINGER Typ 42, PIETRUK Metz Variante 7.4.1, Bronze, Reste von Weißmetallüberzug. Die Mitte mit zwei gravierten konzentrischen Kreisen verziert, Nagel durchgesteckt, auf der Rückseite ist der flache Stift umgebogen. L 3, 1, Br 2,8 cm.
[Als Farbfoto abgebildet]

R 885 Spiegel, Bronze. Dm 6,5-6,7, D 0,13 cm.
[Als Umrisszeichnung abgebildet]

2009 Grünewald, Mathilde / Koch Ursula: Zwischen Römerzeit und Karl dem Großen. Die frühmittelalterlichen Grabfunde aus Worms und Rheinhessen im MUseum der Stadt Worms im Andreasstift. Lindenberg im Allgäu 2009.

S. 519 Gabsheim, Kr. Alzey-Worms
Wahrscheinlich 767 schenkte Giselbert dem Kloster Lorsch drei Morgen Land in Caisbotesheim (CL 1443). Im Jahre 1164 wurde die Kirche St. Alban als Besitz der gleichnamigen Mainzer Abtei bestätigt (BÖHN 1958, 147).
Nach WIECZOREK (1984 Katalog Teil A34) wurde 1886 bei Gabsheim ein Gräberfeld angeschnitten, das heute nicht mehr lokalisiert werden kann (Inv.-Buch Mainz. WZ 6, 1887, 306). Wahrscheinlich stammen Einzelfunde der Sammlung Wimmer in Mainz und im Museum Worms von derselben Fundstelle (Wimmer o. J. 36, Nr. 165 Taf. 122).
(Fränkische Funde) aus Gabsheim ... Carl KOEHL MusWZ 11, 1892, 241.

Aus der Sammlung Wimmer
F 1058 Platte eines Gürtelgehänges, Bronze. Halbkreisförmiger oberer Abschluß, in der Mitte Kreuzausschnitt, seitlich viereckige und bogenförmige Ausschnitte. H 9,35, Br 5,2 cm. [Als Farbfoto abgebildet]

Die Gehängeplatte gehörte zu einem Gürtelgehänge mit stabförmigen Gliedern, wie es vollständig aus Obrigheim Grab 300 (POLENZ 1988, Taf. 137,1) vorliegt, oder stammt von einem Gehänge wie Gimbsheim F 3021 (s. S. 540). Gehängeplatten von gleichem Umriss mit dem charakteristischen kreuzförmigen Durchbruch in der Mitte wurden zuerst unter Typ Krautheim (R. KOCH 1966) zusammengestellt, dann unter Typ St. Alban (ZELLER 1992, 150) abgehandelt. Es handelt sich um ein in Rheinhessen in SD-Phase 10-11 besonders beliebtes Trachtzubehör von Bäuerinnen, die bronzene Ohrringe, eiserne Scheibenfibeln, bronzene Armringe und bronzene Wadenbindengarnituren trugen. Vereinzelt tauchen diese Gehänge am Mittelrhein (Mülhofen), an der Jagst (Krautheim) und sogar im Schmuckensemble einer Bajuwarin (Aich, Kr. Landshut, Das Arch. Jahr Bayern 2000, 107) auf.
Datierung: Der Fund in Worms gehört in SD-Phase 10-11 [um 650-700].


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© Rudolf Post, Mai 2010

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